Die Erde

Dürre

Die Dürre ist eine besondere Form der Naturkatastrophe. Normalerweise brechen die Katastrophen wie Erdbeben plötzlich über die Menschheit herein. Dies ist aber bei den Dürreperioden nicht der Fall. Sie sind sozusagen „schleichende“ Katastrophen. Auch verursacht eine Dürreperiode keinen Sachschaden.

Durch nicht angepasste Nutzung in den dürregefährdeten Gebieten führt dies zu einer Zerstörung der Landschaft und Desertifikation. Meistens ist diese Schädigung aufgrund der extremen Klimaverhältnissen in den betroffenden Gebiten irreversible.

Mit Dürren verbinden wir ausgetrockenete Landschaften und verdorrte Vegetation, aber auch Missernten und Hungersnöte. Das bekannteste Dürregebiet ist die afrikanische Sahelzone. Aber auch andere Gebiete der Erde wurden schon von Dürreperioden heimgesucht.

Als Dürre wird eine Trockenperiode bezeichnet, die mindestens vier Tage anhalten muss und die Luftfeuchtigkeit muss unter 40% liegen. Durch den Niederschlagsmangel kann die Vegetation aus dem Boden nicht mehr ausreichend Wasser aufnehmen. Die Folgen von Dürren sind Ernteausfälle und Trinkwasserknappheit. Dürreperioden sind in halbtrockenen Gebieten völlig normal, aber durch eine nicht angepasste Lebensweise der Menschen wird eine Dürre zu einer Naturkatastrophe (Kulturkatastrophe)

Jahr Ort Auswirkungen
3.500 v. Chr. Alexandria, Ägypten Erste belegte Dürreperiode
2.200 v. Chr. Kairo, Ägypten Mehrere Jahre hintereinander bleibt das Nilwasser aus.
1.300 v. Chr. Luxor, Ägypten Dürre von sieben Jahre
1064+ 1072 Kairo, Ägypten Dürre aufgrund von ausbleibendem Nilhochwasser
1069 Durham, England Dürre vernichtet die Ernte. Fast 50.000 Menschen verhungerten. Andere mußten sich in die Leibeigenschaft verkaufen, um zu überleben.
1199+ 1202 Kairo, Ägypten Nilhochwasser bleibt erneut aus. 100.000 Menschen verhungerten.
1669-70 Surat, Indien Erste große Dürre in Indien. Laut Schätzungen sind rund 3 Millionen Menschen gestorben.
1769-70 Dehli, Hindustan, Indien 18 Monate andauernde Dürre. Rund ein drittel der Bevölkerung Hindustans sterben.
1790-91 Bombay, Indien Dürreperiode
1833 Guntur, Indien Dürreperiode
1866 Raipur, Indien Dürreperiode
1868 Bhopal, Indien Dürreperiode.
1876-77 Madras, Indien Schlimmste bekannte Dürreperiode. Insgesamt waren 36 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen und etwa 6 Million Tote.
1877-78 Tschangtschun, Mandschurei, China Drei Jahre fast regenfrei. Rund 1,3 Millionen Tote. In der Provinz Kwangtung hingegen regnete es soviel, dass die Ernte durch Überschwemmungen vernichtet wurde.
1898 Lahore, Pandschab, Indien Wieder waren 36 Millionen Menschen betrofffen, aber es starben nur eine Millionen Menschen starben den Hungertod.
1921-22 Nischni-Nowgorod, Wolgaregion, Russland langanhaltende Dürre mit mehreren Millionen Tote. Insgesamt waren über 20 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.
1932-33 Kiew, Ukraine Dürre und Hungersnot sowie die radikale Umstellung der Wirtschaft fordern rund 5 Millionen Opfer.
1932 bis 1940 Dodge City, Kansas, USA Der Mittlere Westen der USA wurde über Jahre von einer Dürre heimgesucht.
1967-1970 Biafra, Nigeria Die durch eine Dürre hervorgerufene Hungersnot wurde durch den Krieg mit Nigeria noch dramatisch verschlimmert. Am Ende muaate der Staat seine Unabhängigkeit aufgeben. 8 Millionen Menschen hungerten - die meisten davon starben.
1969-1974 Gao Mali, Sahelzone, Afrika Langanhaltende Dürre
1972 Nagpur, Indien Eine Hitzewelle mit über 40°C lässt die Ernte verdorren.
1984-1985 Mek'ele, Äthiopien Dürreperiode
1992 Bulawayo, Simbabwe 30 Millionen Menschen waren von der Dürreperiode betroffen.
1994 Grafton, Neusüdwales, Australien 90% der Weizenernte wurde vernichtet.
VGWort
Der Artikel wurde am 03.07.2005 in https://naturkatastrophen.die-erde.com aufgenommen. Letzte Änderung: 13.12.2023